Hier gibt es die ältesten, vollständig erhaltenen Jagdwaffen der Welt zu besichtigen. Bereits bei der Anfahrt sticht der moderne Bau des Forschungsmuseum Schöningen außerhalb der Stadt am Rande eines ehemaligen Kohletagebaus ins Auge. Ein besonderes Highlight offenbart sich allerdings erst nach dem Besuch der Ausstellung, wofür man besonders beim Besuch mit Kindern lieber genug Zeit einplanen sollte.
Da wir bei unserem ersten Besuch im Sommer 2023 zeitlich tatsächlich zu knapp kalkuliert hatten, sind wir auch beim Forschungsmuseum Schöningen zu Wiederholungstätern geworden und waren im Folgejahr direkt noch Mal dort. Bereits der Eingangbereich mit dem Weg zu Ausstellungsfläche gibt einen Einblick in die Geologie des angrenzenden Tagebaus, in dem die Speere gefunden wurden.
Die Ausstellungsfläche selbst ist eigentlich gar nicht mal so groß. Aber das Museum schafft es dennoch viele Informationen durch gestalterische Maßnahmen unterzubringen. Viele der aktuellen Erkenntnisse der Forschung werden im Museum ergänzend bildlich vermittelt, statt nur durch Texte. So finden sich an den Wänden immer wieder Darstellungen, die beispielsweise einen möglichen Tagesablauf vor 300.000 Jahren mit einem Tagesablauf von heute gegenüberstellt, oder die technologischen Möglichkeiten der verschiedenen Arten der Gattung Homo veranschaulichen.
Bereits direkt beim Betreten der Ausstellung befindet sich eine geradezu gigantischen Kunstinstallation an der gesamten linken Wandfläche. Sie nimmt uns mit auf eine Zeitreise, in der die Flora und Fauna der vergangenen Jahrunderttausende dargestellt wird.
Höhepunkt der Ausstellung ist natürlich der Fund der 300.000 Jahre alten Schöninger Speere – der ältesten, vollständig erhaltenen Jagdwaffen der Welt. Entsprechend liegt auch thematische Schwerpunkt des Museums in einer Zeit, zu der der moderne Mensch (Homo Sapiens) noch keine Rolle gespielt hat. Umso mehr werden Lebensumstände anderer Arten der Gattung Homo beleuchtet, speziell des Homo Heidelbergensis, dem die Fertigung der Schöninger zugeschrieben wird.
Weshalb sich das Museum explizit als Forschungsmeseum betitelt offenbart sich erst nach der eigentlichen Ausstellung. Ein separater Raum wurde pädagogisch so aufbereitet, dass sich die Besucherinnen und Besucher des Museums selbst als Archäologen betätigen können. Hier wurden echte Fundstücke nachgebildet und begibt sich auf die Spuren der Fundstücke, um am Ende vielleicht herausfinden zu können, worum es sich genau handelt und aus welcher Zeit es stammt. In den verschiedenen Stationen gibt es unter anderem Schädelreste, Steinfunde aber auch Pflanzen-/Pollenreste zu analysieren. Beim Besuch mit Kindern sollte hier noch etwas extra Zeit eingeplant werden und auch beim Besuch ohne Kinder lohnt sich ein Blick.
